Am Dienstag, den 09. Mai 2017 trafen sich die Unabhängigen Bürger für Pforzheim zur Vorbereitung der kommenden Gemeinderatssitzung. Als Gastredner konnten Sie Herrn Christoph Hilligardt, Aufsichtsratsmitglied der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner, begrüßen. Dieser stellte den Anwesenden das von der Genossen-schaft erarbeitete, deutschlandweit einzigartige Konzept für den Friedhof Pforzheim-Büchenbronn vor: Naturnahe Bestattungsarten auf dem bestehenden Friedhofsgelände. So kann der Trend hin zu Alternativen zur konventionellen Bestattung mit der Nutzung von bereits ausgewiesenen Flächen vereinbart werden.
Die nicht genutzte Fläche des Friedhofs würde nach diesem Konzept in eine Wiesen-fläche mit Obstgehölzen umgewandelt, deren Randbereich eine Hecke als Vogel-schutzfläche bildet. Die für die Region so typische Kulturlandschaft Streuobstwiese wür-de nicht nur die Bestattung in sowohl Urnen als auch Särgen zulassen; sie wäre auch von hohem ökologischem Wert. Bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten leben auf Streuobstwiesen, viele davon sind stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. So dienen die Wiesen etwa Orchideen, Fledermäusen und zahlreichen Schmetter-lingsarten als wichtiger Lebensraum.
Durch die naturnahe und ökologisch wertvolle Umsetzung wäre es auch vorstellbar, Fördergelder des Landes Baden-Württemberg hierfür zu generieren. Die Unabhängigen Bürger sind überzeugt von diesem neuartigen Konzept und werden das Projekt, welches der Verwaltung bereits vorliegt, unterstützen. Gegebenenfalls würden die Unabhängigen Bürger auch mit anderen Partnern auch einen Antrag in den Gemeinderat einbringen, da dies für die Stadt ohne Kosten umzusetzen ist. Diese werden vollumfänglich durch die Genossenschaft getragen.

Danach standen Themen der bevorstehenden Gemeinderatssitzung auf der Tages-ordnung. Da nicht gewährleistet werden kann, dass sich alle Eigentümer beteiligen werden, stehen die Unabhängigen Bürger dem Fassadenkonzept skeptisch gegenüber. Hier sollten die städtischen Gelder lieber sinnvoller ausgegeben werden.
Auch in den schwierigen Zeiten wollen die Unabhängigen Bürger weiterhin zum Kammerorchester stehen. Dieses ist ein nicht wegzudenkender Teil der Pforzheimer Kulturlandschaft.
Das Nachttaxi ist eine Einrichtung, die auf jeden Fall beizubehalten ist. Der Beilage werden wir daher zustimmen.

Weiterhin wurde auch das Thema Haushaltspolitik aufgegriffen. So stellt sich die Frage nach dem Sachstand der Verhandlungen zwischen der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis über die Finanzierung des Zentrums für Präzisionstechnologie. Dieses wäre zwar ein Leuchtturmprojekt und Bindeglied zwischen Hochschule und Wirtschaft, die Finanzierung der 6 Millionen € Bau- und jährlich 600.000 € Unterhaltskosten jedoch unklar. Da viele Firmen ihren Sitz im Enzkreis haben, fordern die Unabhängigen Bürger eine Beteiligung des Kreises von mindestens 50%. Auch die Wirtschaft muss hier ihren Beitrag leisten.
„Werden diese Ziele nicht erreicht, so halten wir es für besser, das Projekt im Sinne der Haushaltskonsolidierung derzeit nicht weiter zu verfolgen," so Stadtrat Goßweiler.

Die Haushaltskonsolidierung muss sich der neue Oberbürgermeister zur obersten Priorität setzen und alsbald einen Fahrplan für den Haushaltsstrukturausschuss vor-legen. Pforzheim muss schließlich bis zum Jahr 2020 einen ausgeglichenen Haushalt ohne weitere Kreditaufnahme vorlegen.