Am Dienstag, den 18. Juli 2017 trafen sich die Unabhängigen Bürger für Pforzheim zur regelmäßigen Beirats-Sitzung mit Bürgerbeteiligung. Als Gast konnten sie Bürgermeister Büscher begrüßen, der sich den Fragen zum Thema Bau eines „Zentrums für Präzisionstechnik" (ZPT) stellte.
Nachdem das Projekt von der Finanzaufsichtsbehörde des Regierungspräsidiums schon abgelehnt war, konnte Büscher, auf Grund einer Zusage des Enzkreises und der Wirtschaft in Höhe von 100.000 € bzw. 50.000 € jährlich, das Projekt doch noch am Leben erhalten. Hierfür muss die Stadt jedoch weitere 259.000 € pro Jahr sparen. Die Einsparungen sollen alle im Bereich der Wirtschaftsförderung stattfinden, sodass keine anderen städtischen Aufgaben darunter leiden.
Neben den jährlichen Unterhaltskosten stellt sich aber die Frage, woher die Stadt ihren 30%igen Anteil an den Baukosten nehmen soll, und ob dies nicht anderen Investitionen wie beispielsweise den städtischen Schwimmbädern entgegensteht, da der Stadt eine Neuverschuldungsobergrenze in Höhe von 10 Mio. € auferlegt wurde. Da das Projekt seinerzeit schon mit dem Ministerium abgestimmt wurde, ist das Projekt laut Büscher jedoch isoliert zu betrachten und nicht mit anderen Großprojekten gleich zu setzen.
Stadtrat Schwarz von den Freien Wählern hat eine Lösung vorgeschlagen, wonach die Sparkasse ihre Investition erhöht und das Projekt begleiten könnte.
Allen Anwesenden war die Wichtigkeit des Projekts für die Stadt und die Region bewusst.
Bei einem Stimmungsbild haben die Beiräte jedoch mehrheitlich eine Ablehnung des Projekts empfohlen. Andere wichtige Projekte wie Schulen, Kindergärten und Bäder hatten Priorität für diese Entscheidung. Falls die in zwei Anträgen vorgeschlagenen Lösungen zum Tragen kommen und die Stadt somit finanziell entlastet würden, so kann man sich aber eine Zustimmung vorstellen.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage wie die Objektfinanzierung und Vermietung der Stadthalle weitergehen soll.
Nachdem das CCP wieder an die Stadt fällt, muss geklärt werden, wie es zu betreiben ist. Alternativ wäre ein Weiterbestehen der PKM mit einem eigenen Geschäftsführer, oder eine Integration in die WSP denkbar. Nach Meinung der beiden UB-Stadträte, sollte es auf keinen Fall ein Provisorium geben, weil dies sich meistens als teuerste und ineffizienteste Lösung herausstellt. Deshalb sei zuerst abzustimmen, ob die „Pforzheim Kongress- und Marketing GmbH" (PKM) aufgelöst wird. Die Beiräte stimmten zu, wenn keine Zwischenlösung für wenige Monate angestrebt wird, wie es die Verwaltung vorsieht.

Bei den Bädern Huchenfeld, Wartberg und Emma-Jaeger gibt es laut Büscher einen Investi-tionsbedarf von insgesamt 48 Mio. €. Eine Ausgabe in der Höhe ist von der Stadt nicht zu tragen, weshalb eine Reduzierung auf zwei Bäder seiner Aussage nach wohl unumgänglich ist. Hier muss eine solide Bäderstrategie ausgearbeitet werden. Dass auf ein Stadtbad verzichtet werden soll, empfanden die Beiräte als ein Armutszeugnis für eine Großstadt wie Pforzheim. Deshalb sprach sich der Beirat für einen Erhalt der Wasserflächen aus, um neben dem Schulschwimmen auch die Bade- und Schwimmmöglichkeiten für die Bevölkerung zu sichern.

Begrüßt wurden die Beschluss-Beilagen, die eine Erweiterung bzw. den Neubau von Kitas vorsehen. Auch bei hohen Kosten, muss hier die lange Warteliste für Kitaplätze schnell an-gegangen werden.